Ausbildung

Unsere Ausbildung erfolgt grundsätzlich nach der IGP-Prüfungsordnung. Das heißt nicht, dass bei uns jeder eine Prüfung ablegen muss. Es heißt, dass wir nach einem Standard arbeiten, der sauber definiert ist und sich nicht von Woche zu Woche ändert.

Wo Sie einsteigen, hängt vom Alter Ihres Hundes und von Ihrem Ziel ab. Wer nur einen Hund möchte, mit dem der Alltag leichter wird, ist bei uns genauso richtig wie wer auf die Fährte will.

Welpen- und Junghundeausbildung

Die ersten Monate entscheiden mehr als jedes späte Training. In der Sozialisierungsphase lernt ein Welpe, was normal ist – und was er ein Leben lang für harmlos hält. Was in dieser Zeit fehlt, lässt sich später nur mit deutlich mehr Aufwand nachholen.

Deshalb geht es bei uns zuerst nicht um Kommandos, sondern um Erfahrungen: andere Hunde in ruhigen, begleiteten Situationen. Verschiedene Untergründe, Geräusche, Menschen, Fahrräder. Angefasst und untersucht werden, damit der Tierarztbesuch später kein Drama ist.

Was wir üben

  • Sozialkontakt mit anderen Hunden – begleitet, nicht sich selbst überlassen
  • Umweltgewöhnung: Untergründe, Geräusche, Menschen, Verkehr
  • Aufmerksamkeit auf den eigenen Namen
  • Grundlagen des Rückrufs, solange er noch leicht fällt
  • Leinengewöhnung ohne Zug
  • Handling: anfassen, Pfoten, Ohren, Maul

Ein Wort zum Spielen: Freies Welpengetümmel ohne Aufsicht ist kein Training. Wer dabei nur lernt, dass er sich durchsetzen muss oder dass niemand hilft, nimmt das mit. Wir greifen deshalb ein, bevor es kippt.

Ab wann — sobald die Grundimmunisierung steht. Sprechen Sie uns einfach an.

Alltagstraining

Nicht jeder will auf eine Prüfung. Viele wollen einen Hund, mit dem man an einer Bushaltestelle stehen kann, ohne die Leine kurz nehmen zu müssen. Das ist ein völlig legitimes Ziel – und Arbeit, die genauso systematisch läuft wie Prüfungsvorbereitung.

Die meisten „Probleme“ sind übrigens keine. Sie sind normales Hundeverhalten am falschen Ort. Wir arbeiten deshalb an beiden Enden der Leine: der Hund lernt eine Alternative, der Mensch lernt, sie rechtzeitig einzufordern.

Was wir üben

  • Leinenführigkeit ohne Dauerzug
  • Rückruf, der auch bei Ablenkung hält
  • Impulskontrolle: warten können, nicht jedem Reiz nachgehen
  • Begegnungen mit Hunden, Joggern, Radfahrern, Kindern
  • Abschalten und Entspannen, auch draußen
  • Alleinbleiben
  • Praktisches: Autofahren, Maulkorb, Tierarzt

Wer später doch die Begleithundprüfung ablegen möchte, hat mit diesem Training den ganzen Verkehrsteil praktisch schon vorbereitet.

Begleithund-Ausbildung (BH/VT)

Die Begleithundprüfung mit Verkehrsteil ist die Grundlage des Hundesports. Ohne sie geht es nicht weiter – keine IGP, keine Fährtenprüfung, kein Wettkampf. Für jeden Hundesportler sollte sie ein erstrebenswertes Ziel sein.

Sie ist aber mehr als eine Formalität. Geprüft werden vier Dinge: Verkehrssicherheit, Sozialverträglichkeit, Unbefangenheit und Gehorsam. Ein Hund, der das besteht, ist ein Hund, mit dem man überall hingehen kann.

Teil A – Unterordnung auf dem Platz

Leinenführigkeit und Freifolge mit Wendungen, Tempowechseln und Halten. Sitz und Platz mit Abruf. Gehen durch eine Menschengruppe. Und das Ablegen unter Ablenkung: Ihr Hund bleibt liegen, während ein anderes Team arbeitet – Sie stehen dreißig Schritte entfernt.

Teil B – Verkehrsteil

Der zweite Teil findet außerhalb des Platzes statt, im echten Straßenverkehr. Verhalten gegenüber Passanten, Radfahrern, Autos und anderen Hunden. Und der angebundene, allein gelassene Hund, an dem ein anderer Hund vorbeigeht.

Voraussetzungen

  • Mindestalter des Hundes: 15 Monate 
  • Kennzeichnung durch Chip oder Tätowierung
  • Gültiger Impfschutz
  • Sachkundenachweis des Hundeführers – eine Theorieprüfung zur Hundehaltung, die Sie vor Prüfungsbeginn ablegen, nicht der Hund

Der letzte Punkt überrascht viele. Wir gehen den Stoff im Training mit durch.

Danach — mit bestandener BH/VT steht Ihnen alles offen. Die IGP 1 ist ab einem Alter von 18 Monaten möglich.

Fährtenhund-Ausbildung

Ein Mensch geht über ein Feld. Zwanzig Minuten später soll Ihr Hund genau diese Spur finden, ihr mit tiefer Nase folgen, jeden Winkel sauber ausarbeiten und die abgelegten Gegenstände anzeigen. Er tut das mit einem Sinn, den wir nicht nachvollziehen können – wir können nur lernen, ihm nicht im Weg zu stehen.

Fährtenarbeit ist der zugänglichste Teil des Hundesports. Sie verlangt keine Athletik und kein bestimmtes Temperament. Der ruhige Hund ist hier oft der bessere. Auch mit einem älteren Hund kann man anfangen. Und sie macht müde: Eine gut ausgearbeitete Fährte fordert einen Hund mehr als eine Stunde Spaziergang.

Was dazugehört

  • Fährte lesen und der Nase des Hundes vertrauen
  • Ausarbeitung mit tiefer Nase, im Schritt des Hundes
  • Winkel sauber ausarbeiten statt überlaufen
  • Gegenstände verweisen oder aufnehmen
  • Längere Liegezeiten
  • Später: Fremdfährten und Verleitungen

Und für Sie: Fährtenlegen

Die halbe Arbeit macht der Mensch. Eine Fährte zu legen – Trittsiegel setzen, Winkel anlegen, Gegenstände ablegen, das Ganze nachvollziehbar dokumentieren – ist ein eigenes Handwerk. Wer es nicht kann, trainiert seinen Hund an Fehlern, die er selbst eingebaut hat. Dafür haben wir eigene Seminare.

Fährtenarbeit braucht Gelände und mindestens zwei Menschen. Das ist einer der Gründe, warum sie im Verein besser funktioniert als allein.

Die genauen Anforderungen — Schrittzahl, Winkel, Gegenstände und Liegezeiten sind je Prüfungsstufe in der FCI-IGP-Prüfungsordnung festgelegt und steigen von der Eigenfährte bis zur Fremdfährte deutlich an. Wir sagen Ihnen im Training, wo Sie gerade stehen.